Testberichte zu Fallout: New Vegas
Testberichte zu Fallout: New Vegas
Testbericht des Internetportals 4players.de
Endnote: 85% (Pc)(Ps3)(Xbox360)
Fazit:
Nach dem Einstieg, der wie ein schwacher Aufguss der grandiosen Charaktereinführung aus Fallout 3 wirkte, war ich skeptisch. Denn die Hauptgeschichte um den nieder geschossenen Kurier hinterließ zunächst genau so viel Stirnrunzeln wie eine Kulisse, die im Zeitalter von Red Dead Redemption gerade noch als spröde Schönheit durchgeht - Architektur hui, Details pfui. Hinzu kommen grafische Schwächen und ärgerliche Bugs auf allen Plattformen. Es gibt genug technische Argumente gegen Gold. Und ich musste lange mit dieser Wertung kämpfen. Aber ähnlich wie anno dazumal in Vampire: Die Maskerade oder The Witcher können diese Schlampigkeiten meine Faszination nicht mindern. Denn da liegt dieses weite Land mit all seinen unentdeckten Orten vor mir, es flimmert in sengender Hitze auf dem Asphalt und es kribbelt in zu vielen Situationen überaus angenehm – Obsidian bietet mir hier wesentlich mehr Rollenspiel als BioWare in Mass Effect 2. Nicht nur, weil ich Quest für Quest in eine ebenso bizarre wie stilsicher inszenierte Mischung aus Endzeitwahnsinn mit sadistischen Gangs und Heilewelt-Country mit 50er-Jahre-Kuchen abtauche. Sondern vor allem, weil ich in diesem durchdachten Nachfolger mit seinen abwechslungsreichen und intelligenten Aufgaben immer entscheiden darf, wie ich spielen will – egal ob brachialer Haudrauf oder nobler Revolvermann, egal ob skrupelloser Einbrecher oder kommunikativer Charmeur. Je nachdem welche Fraktion ich unterstütze, spüre ich schon nach wenigen Stunden kleine und große Konsequenzen, grüble in den ausgezeichneten Quests über die möglichen Folgen meiner Entscheidungen und freue mich über den noch authentischeren Hardcore-Modus. Und so versinke ich müde und durstig in dieser riesigen Mojave-Wüste, mit Dean Martin im Ohr, Hohlspitzpatronen im Colt und einer Whiskey saufenden Lady als Begleiterin.
Pro:
- glaubwürdige Endzeit-Spielwelt
- sehr große Erkundungsreize
- angenehm offenes Abenteuer
- Entscheidungen mit Konsequenzen
- diverse politische Fraktionen
- gut erweitertetes Dialogsystem
- teilweise sehr gute Texte
- architektonisch imposante Kulissen
- Radiokommentar zu aktuellen Ereignissen
- cleveres Schleichen, Infiltrieren & Reden wird belohnt
- taktisches Kampfsystem mit Trefferzonen
- Leute reagieren auf Diebstahl & Kleidung
- individuelle Charakterentwicklung
- bis zu zwei Begleiter rekrutieren
- sehr abwechslungsreiche Quests
- Waffenmods & Item-Herstellung
- optionaler Hardcore-Rollenspielmodus
- hilfreiche Notizen & Audiodateien
- Dörfer, Städte, Berge, Höhlen & Kanalisation
- gutes Hacking- & Schlossknacksystem
- einige bizarre Überraschungen & Entdeckungen
- gute deutsche Texte und solide Sprachausgabe
- Ohrwurm-Country-Musik
- Blackjack, Roulette & andere Minispiele
- zoombare Karte in zwei Perspektiven
- komfortables Speichersystem
- Postkästen für Warentransport
- schnelles Reisen über entdeckte Orte
- Schwierigkeitsgrad jederzeit änderbar
- Charakterwerte nach Befragung änderbar
- Mod-Tools als Download verfügbar (PC)
Kontra:
- zu Beginn schwache Hauptstory
- Charaktererstellung wirkt wie halbgares Fallout 3- Plagiat
- einige seltsame Questbugs & Inkonsequenzen
- Probleme mit Clipping, Texturnachladen & Kollisionen
- sporadische Abstürze auf allen Plattformen
- Karte nicht beschriftbar
- ab und zu Wegfindungsstau
- etwas unübersichtliches Inventar
- Gesichter wirken oftmals zu frisch
- zu wenig Radiosender- Auswahl
- Charakterpsychotest mit seltsamen Ergebnissen
- teilweise lächerliche Ragdoll- Todesanimationen
- manchmal etwas todeslustige Begleiter
- Kartenspiel “Karawane” ohne Tutorial
Testbericht des Internetportals pcgames.de
Endnote: 80% (Pc)(Ps3)(Xbox360)
Fazit:
Manche Spieler betrachten Fallout: New Vegas vielleicht als vollwertige Fortsetzung, als ein Fallout 4. Andere hingegen sehen in ihm eher ein riesiges, selbstständig lauffähiges Add-on. Beide Ansichten sind im Grunde richtig: New Vegas richtet sich vor allem an jene Spieler, die nach Fallout 3 einfach noch Lust auf mehr hatten – mehr Quests, mehr Items, mehr Tiefgang, mehr Fallout. All das bekommt man auch geboten, nur eben nicht mehr durchgängig auf Top-Niveau. Dabei ist und bleibt New Vegas aber ein völlig eigenständiges Spiel, das keine inhaltlichen Bezüge zu Fallout 3 aufweist und keine Vorkenntnisse erfordert. Nicht Bethesda selbst, sondern Obsidian (Alpha Protocol) zeichnet für die Entwicklung von New Vegas verantwortlich. Daher unterscheidet sich das finstere Endzeit-Rollenspiel auch von seinem Vorgänger Fallout 3, vielleicht mehr, als es zunächst erscheinen mag.
Pro:
- Riesige Spielwelt mit vielen Orten, Charakteren und Quests zu entdecken
- Verzweigte Story mit Fraktionswahl
- Änderungen im Detail
- Unterhaltsame Kämpfe
- Neues Begleitersystem
- Solides Craftingsystem, trotz Bedienungsmängel
- Fordernder Hardcoremodus
- Gutes Speichersystem
Kontra:
- Veraltete Optik & recycelte Spielweit
- Interface mit Atlasten
- Einige Bugs
- Unausgegorenes Balancing
- Durchwachsene Lokalisation
Testbericht des Internetportals gamestar.de
Endnote: 88% (Pc)
Fazit der Redaktion:
Kalifornien und Washington waren toll, aber von allen Fallout-Regionen ist Nevada für mich die bisher beste: einleuchtend, überraschend vielfältig und dicht vollgestopft mit Abenteuern. In mancher Hinsicht übertrifft New Vegas seinen Vorgängen Fallout 3 noch, insbesondere bei den klasse gestalteten Begleitern und der immensen Sammelvielfalt. Dem Gegenüber steht aber die allzu schwache Rahmenhandlung. Und die simple Tatsache, dass sich die Zeit seit Fallout 3 weitergedreht hat: Spiele wie Mass Effect 2 definieren heute, wie filmhaft mitreißend man eine Geschichte inszenieren kann. Dagegen wirkt New Vegas steif und altbacken. Macht nichts, denn ein fantastischer, hochmotivierender und nebenbei herrlich witziger Spaß ist das neue Fallout trotzdem.
Pro:
- hohe Fernsicht
- schicke Effekte
- abwechslungsreiche Schauplätze
- dynamische Musik
- authentische Radiosender deren Ansager auf Ereignisse reagiert englische Sprecher hervorragend
- Schwierigkeit jederzeit veränderbar
- flexible Questlösungen
- Hardcore-Modus
- bissige Satire auf die US-Gesellschaft
- gepfefferter Humor
- motivierende Entdeckungsfreiheit
- faszinierende Spielwelt
- eingängige Steuerung
- belegbare Schnelltasten
- komfortable Begleiterbefehle
- sehr große Spielwelt
- überwiegend spannend gefüllt
- deutlich mehr Aufgaben als in Fallout 3
- acht Begleiter
- hoher Wiederspielwert
- vielseitige Aufgaben
- viele amüsante Charaktere
- gute und böse Lösungswege
- verzweigte Haupthandlung
- ausgefeiltes, sehr flexibles S.P.E.C.I.A.L.-System
- viele sinnvolle Talente und Spezialfähigkeiten
- Wahl zwischen Action- und Taktikmodus (V.A.T.S.)
- beide Modi sind ausgewogen und spannend
- neues Munitionssystem erhöht die taktische Vielfalt
- gewaltige Fülle von Waffen, Muniton und Gegenständen
- Waffen sind nun aufrüstbar
- fast alles sinnvoll einsetzbar
- erweiterter Gegenstandbau
Kontra:
- Schauplätze deren Bausteine sich trotzdem oft wiederholen
- schwache Animationen
- Authentischer Radiosender ist Deutsch deutlich schwächer und teils unpassend
- Die Hardcore Modus bringen sehr wenig
- Begleiter zu stark
- nicht alle Waffen und Talente gleich nützlich
- Bugs
- voll unsichtbarer Grenzen
- schwache Inszenierung
- zu kleine,umständliche und auf zu viele Seiten verteile Menüs
- die spannungsarm dahinplätschert und wenig motiviert
- Neuzugang »Überleben« bleibt sinnarm
- auf Level 30 ist Schluss
- teils dummes Verhalten von Begleitern und Gegnern
- Gegenstände der zu wenige sinnvolle Rezepte enthält
Weitere Testberichte zu Fallout: New Vegas werden folgen sobald wir welche Entdecken.