Testberichte zu Sid Meiers: Civilization 5
Testberichte zu Sid Meier´s Civilisation 5
Testbericht des Internetportals GameStar.de
Endnote: 87 Punkte (gut)
Fazit:
Civilization 5 beweist den Mut, das Spielprinzip der Serie an einigen Stellen radikal zu vereinfachen, um dadurch grundsätzlichen Einscheidungen mehr Bedeutung zu verleihen. Wer jetzt »Oh nein! Casualisierung!« befürchtet, der sei beruhigt: Civ 5 ist immer noch ein komplexes Spiel, in den Kämpfen sogar taktischer als je zuvor, und es ist ohne Zweifel ein reinrassiges Civilization. Für mich hat der fünfte Serienteil sogar mehr Daseinsberechtigung als der vierte. Das hier ist eine neue, spannende, schöne Variante von Civilization, ein Kind unserer Zeit: geradliniger, polierter und, in diesen für den PC kommerziell schweren Zeiten, mit weniger Aufwand produziert. Das ist das einzig wirklich Bedauernswerte.«
Gleich in zwei Richtungen reise ich mit Civ 5 durch die Zeit: Einerseits katapultiert mich das sofort vertraute Spielgefühl (»Willkommen zu Hause!«) zurück durch die letzten zwei Jahrzehnte, in denen ich jeden Serienteil und alle Ableger exzessiv gespielt habe. Dieses Gefühl einer Zeitverschiebung schaffen sonst nur Musik oder bestimmte Gerüche, an die man sich plötzlich erinnert. Andererseits wirft mich die Beschäftigung mit diesem Titel in die Zukunft. »Häh, wieso ist denn jetzt schon morgen?«, sagte ich regelmäßig mit schockiertem Blick auf die Uhr während der fast 40 Stunden, die ich allein während der Beta-Phase in Civ 5 verbracht habe – in meiner Freizeit. Ein größeres Kompliment kann es für ein Spiel kaum geben.
Ja, ich werde auch Civ 5 nächtelang spielen. Weil mir das neue Kampfsystem gefällt. Und weil ich die Serie einfach liebe. Aber ach, der fünfte Geschichtskoloss hätte noch so viel besser werden können. Denn viele Änderungen sind, nun ja, fragwürdig. Das Sozialsystem? Dämlich, weil ich einmal gewählte Gesellschaftsformen nie mehr ändern darf. Die Stadtstaaten? Prinzipiell nett, aber kaum mehr als Statisten. Außerdem fehlen mir das Religions- und das Gesundheitssystem, die dem Vorgänger mehr Tiefe verliehen. Keine Frage, Civ 5 ist eine gute Fortsetzung. Der beste Serienteil bleibt aber der vierte.
Pro
- schöner Miniaturen-Look
- detailreiche Karte
- hübsch animierte Einheiten
- schicke 3D-Anführer
- Anführer sprechen in Landessprache
- stimmungsvolle Soundkulisse
- verschiedene Musikstücke je nach Nation
- acht Schwierigkeitsgrade
- sinnvoll austarierte Einheiten
- Ratgeber und Zivilopädie
- einige Konzepte schlecht erklärt
- Abwärtsspirale bei falschen Entscheidungen
- gewaltige Motivation
- ständig neue Herausforderungen
- hochspannende Kriege
- alles bequem mit der Maus zu steuern
- großes, übersichtliches Interface
- durchdachte Bildsprache
- viele Hinweise und Warnungen
- massenhaft Inhalte
- Zufallskarten
- immenser Wiederspielwert
- Völker mit individuellen Vorteilen
- immer guter Ort für die erste Stadt
- Völker weitgehend fair verteilt
- Verteilung der Luxusgüter ermuntert Handel
- Völker haben leicht unterschiedliche Schwerpunkte
- expandiert rasch
- beherrscht die Regeln gut
- teils unsinniges Verhalten
- cheatet auf höheren Schwierigkeitsgraden
- konzentriert sich meist auf eine Front
- Land, Wasser, Luft
- große Vielfalt
- Upgrade-Möglichkeit
- Erfahrungssystem und Spezialisierungen
- Große Persönlichkeiten
- Reise durch sieben Zeitalter der Menschheitsgeschichte
- Stadtstaaten als Auftraggeber
- fünf sehr unterschiedliche Siegmöglichkeiten
- jede Partie verläuft anders
Contra:
- mitunter unübersichtlich
- Musikstücke der verschiednen Nationn sind dudelig und nerven zum Teil
- im Endspiel fehlen Herausforderungen
- keine Belohnungsfilme, dürre Präsentation
- Meldung für neu errichtete Gebäude fehlt
- Karteneditor fehlt
- auf Inselkarten entscheidet das Anfangsglück viel zu stark über den Spielerfolg
Testbericht des Internetportals PCGames.de
Endnote: 88% (sehr gut)
Fazit:
Nur noch eine Runde und noch eine … bis plötzlich der Morgen graut und ich mich frage, wo die Zeit geblieben ist. Die Sucht, welche die Civilization- Reihe von jeher ausgelöst hat, ist auch bei Teil 5 wieder vorhanden. Ständig will ich sehen, was ich als Nächstes erforschen kann und welche neuen Gebäude und Truppen dies dann freischaltet. Oder ich muss das eben noch mit mir verbündete Reich nach einem hinterhältigen Angriffnoch schnell meinen Zorn spüren lassen. Fans von Rundenstrategie-Spielen werden für eine lange Zeit keinen anderen Titel mehr benötigen und im fünften Spross von Sid Meiers berühmter Serie versinken, um ihre Zivilisationen zu gründen und durch die Epochen voranzutreiben. Und trotzdem hätte ich mir mehr gewünscht. Mehr Abwechslung und grundlegende Neuerungen, die das Spiel über das nun schon seit 19 Jahren bekannte Schema hinaus erweitern. Civilization 5 ist Civilization. Egal, ob beispielsweise das Politksystem neu oder man jetzt auf Hexfeldern unterwegs ist. Hier hätten die Entwickler einfach ein bisschen mehr Mut für Neues beweisen können und wären es nur wechselnde Jahreszeiten oder rollenspielartige Missionen gewesen, durch die Anführer vielleicht neue Fähigkeiten hätten erwerben können. Ansonsten kann man dem Spiel nicht viel vorwerfen. Hier und da gibt es Längen – vor allem, wenn die Zivilisation recht groß geworden ist und viele Städte und Einheiten zu verwalten sind. Wer aber ein Civilization erwartet und Rundenstrategie liebt, wird keinesfalls enttäuscht.
Pro:
- Hoher Suchtfaktor
- Großer strategischer Tiefgang
- Motivierendes Forschungssystem
Kontra:
- Keine Möglichkeit, ein persönliches Reich aufzubauen
- KI nicht immer gut
- Teilweise merkwürdige Forschungsketten
Testbericht des Internetportals GamersGlobal.de
Endnote: 8 von 10 Punkten (gut)
Fazit:
Civilization 5 hätte ein ganz großes Spiel werden können. Vor allem die exzellent ausgearbeitete Reichsverwaltung ist suchterregend. Und die Kleinstaaten dienen nicht nur als Sparringspartner oder Nahrungslieferanten, sondern auch als Kriegsgrund zwischen Großmächten.
Leider überzeugt die künstliche Intelligenz nur auf einem von vier Feldern: Den Auf- und Ausbau des Landes bekommt sie hin, doch bei Diplomatie und strategischer KI zeigt sie Schwächen. Die wären verschmerzbar, wäre die Kampf-KI nicht völlig misslungen.
So bleibt ein durchwachsenes Fazit: Einerseits stecken unheimlich viele bewährte oder neu und gut erdachte Konzepte im Spiel. Andererseits hat die Änderung aufs Hexfeldsystem die KI-Programmierer offensichtlich überfordert, was viel Spielspaß kostet, sobald man es durchschaut hat.
Wer sich Civ 5 kauft, wird 10 oder 20 Stunden sehr gut unterhalten — danach aber muss er auf Patches oder Mods hoffen, die die ärgsten Motivations-Inhibitoren beseitigen.